Tourblog – Teil 1

Von Büdchen zu Büdchen

 

H: Ursprünglich wollten wir einfach nur wegen der Counter Strike-Weltmeisterschaft zur CEBIT reisen. Das wird ja wohl die LAN-Party des Jahrhunderts werden, dachten wir uns: Internationales Rumballern, Pizza essen, Cola aus 5 Liter-Kanistern trinken, einfach Fun halt! Es stellte sich aber recht schnell heraus, dass die Jungs vor Ort sich völlig von dieser Idee entfremdet hatten. Das waren Kampfmaschinen, aufs Töten fixiert, in US-Militärbasen ausgebildet und gehirngewaschen. (Glück auf im real life, ihr Nerds!) Als wir nach 1,7 Sekunden alle tot waren, mussten wir den Tag irgendwie zu Ende improvisieren. Spielen wir halt auf der CEBIT-Sounds anstatt dessen, dachten wir uns. Haben wir dann auch gemacht. Wie ihr im Video sehen könnt, ließen sich die Veranstalter nicht lumpen, was Technik anging.

 

FN: Einen Tag nach der missglückten CS-Mission im Elektronik-Schlaraffenland ging es wieder zurück in den tiefen Süden des Landes. Auf dem Weg pickten wir unseren Posaunisten Martin in Frankfurt auf, er kam unrasiert und mit einem Karton Met bestückt von seinem Wikingerworkshop in Ultima Thule angesegelt. Nach dem traditionellen Begrüßungstanz ging es stracks weiter nach Fischbach bei Friedrichshafen. Unsere Bandposter begrüßten uns schon kurz hinter dem Ortsschild winkend vom Straßenrand und leiteten uns den Weg zum ehemaligen Bahnhof, der korianderduftenden Stätte unseres Gigs an diesem Abend. Hier konnten wir sowohl unsere Aufbauskills als auch unsere Bühnen-Performance zum Gipfel der Perfektion bringen, und wir feierten mit der Crowd eine beinahe schon familiäre Party.

 

: Derart eingegroovt sprudelten wir den ganzen Freitag vor Vorfreude auf den Gig im Sudhaus beinahe über. Einige Bandmitglieder waren dem Nervenzusammenbruch nahe; nur Gummibärchen und tibetanische Atemzirkel („Und jetzt atmet alle ein und schlagt euch dabei auf die Stirn“) konnten Schlimmeres verhindern. Wie schon bei der Aufnahme unseres Livealbums 2008 heizten die Jungs von ZweiPlus das Publikum in omnipotenter Kopfnick-Manier an. Die Leute hatten offensichtlich alle ihre Tanzschuhe mitgebracht, denn vom ersten Stück an war die Party ordentlich am Dampfen. Und gedampft haben auch wir und unsere schweißgetränkten Klamotten, nachdem wir uns anderthalb Stunden die Seele aus dem Leib choreographiert und gespielt hatten. Ein weiterer denkwürdiger Abend in der LL-Mutterstadt, der wieder einmal zeigte, dass unsere Tübinger Mädels und Jungs immer noch am konsequentesten und natürlich textsichersten mit uns abfeiern! Afterparty gabs im Mancuso, unser DJ und Noklu servierten Delikatessen aus drei Dekaden HipHop. Das Piepen in den Ohren am Ende des Abends verkündete: ein guter Abend!

 

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: In Reiseführern hatten wir gelesen, dass die Gegend um Düsseldorf eine ganz besonders reizvolle sein soll. Die perfekte Symbiose aus Natur und Technik ist der lebendige und ästhetische Beweis dafür, dass das Zusammenleben von Mensch und Umwelt reibungslos funktioniert. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und tatsächlich: Die Autobahnen schlängeln sich elegant durch einen regelrechten Urwald aus Schornsteinen aller Art (Metall, Ziegel, Rost), Fabrikgebäuden und Containern. Und während uns die Kühltürme zweier Atomkraftwerke idyllisch entgegendampften, beobachteten wir fasziniert die Flüsse und Grasflecken, die in einem einheitlichen grün-braun daherleuchteten. Aasgeier aus Stahl umkreisten uns lauernd und folgten uns bis in die Innenstadt Düsseldorfs zur Jungen Aktionsbühne. Wir sollten dort im Rahmen eines kleinen Festivals spielen, zusammen mit einer Reggae-Band aus Düsseldorf. Die Jungs hatten ein beachtliches Arsenal an Trommeln am Start und haben es obendrein tatsächlich geschafft, mehr Leute auf die Bühne zu stellen als wir! Schon alleine dafür ein „Big up!“ dafür. Eine Offbeat-geprägte Stunde vor unserem Auftritt genossen wir das ziemlich süffige Altbier vom Fass, dann wurde wieder heftigst mit dem Kopf genickt. Geschlaucht von der Fahrerei und dem Konzert wollten wir „nur noch kurz“ in die Stadt fahren, um etwas zu essen zu organisieren. Anderthalb Stunden, einen Hup-Battle mit den Düsseldorfer Taxifahrern und ein verzweifeltes Essen bei McDonalds später kamen wir im Hotel an. Die Nacht hatte sich gnädig über die Schornsteine gelegt; die vereinzelten sägend-hustenden Schreie der Stahl-Aasgeier wiegten uns sanft in den Schlaf.

 

K: Unser mittlerweile hervorragend trainiertes Sitzfleisch wurde am Sonntag nicht weiter strapaziert: nach nur einer dreiviertel Stunde Fahrt waren wir in Köln angekommen. Viel zu früh natürlich. Wir mussten uns die Zeit mit dem Schlüsselspiel vertreiben (Rate, wer den Schlüssel für den großen/kleinen Bus hat! – Es ist immer der, von dem man es am wenigsten erwartet) und mit dem Kölner Dom. Der Club hieß Blue Shell, war ziemlich blau, hatte außerdem eine kuschelige Bühne und eine Stripstange zu bieten. Die Atmosphäre am Abend war wirklich sehr angenehm, das Publikum schaute sich interessiert unsere Bemühungen an, unsere Instrumente und Knochen nicht gegenseitig bei den Choreographien zu brechen (es war schon sehr eng). Wir spielten mit den „Pimps im Park“ aus Köln zusammen, eine verrückt kreative, musikalische und sympathische Band. Auf jeden Fall auschecken!

 

Die Motoren der Busse laufen bereits heiß für die nächsten Stationen: Dresden, Fürth und Salzburg! Stay tuned für mehr Blog-Action und checkt auch die Bildersection links aus!

 

Cheers
LL

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