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11.10.2009 - HirschpieltdieMusik |
Der finale Vorhang ist gefallen – gestern Abend gaben wir in Tuttlingen das letzte Stelldichein unserer fabulösen Clubtour. Zwölf Abende liegen hinter uns, die den musikalischen Bogen spannen zwischen den Jahren und die wir nicht so schnell vergessen werden. Denn viel ist geschehen: Krönungsmessen auf der Bühne, klirrende Kälte im Bus, Blindgänger und Breakdance an Neujahr, Harry Potter-Abende im Backstage, Medikamenten-Jeopardy, cineastische Lehrstunden, hustende Anlagen, Mutterwitze… eine ganze Paella-Pfanne ließe sich mit den verrückten und weniger verrückten Dingen dieser Tour füllen. Über die ersten acht Tage wurdet ihr an dieser Stelle ja bereits bestens informiert. Hier kommt nun also der Rückblick auf die letzten vier Auftritte mit den gewohnten Insider-Informationen. Freut euch dieses Mal außerdem auf die subtile Auflösung: Red Bull vs. Tee – welches Getränk entscheidet den Krieg der Welten für sich? Viel Spaß! Kulturschock, Esslingen. Seit dem denkwürdigen Abend im Swing waren zwei Tage vergangen, in denen wir uns alle auskurieren konnten. Frisch wie die Hasen und voller Energie hoppelten wir also nach Esslingen…ach, nein, Moment, das war in einer anderen Parallelwelt. In Wirklichkeit war der Großteil der Band gezeichnet von den beiden Ruhetagen und vielleicht sogar noch ein bisschen angeschlagener als zuvor. Schade, denn die Location war vielversprechend - ein stillgelegter Kinosaal. Esslingen schien an diesem Abend aber zu ahnen, dass wir nicht in Topform waren: Die Kinositze waren recht spärlich gefüllt, und so wurde der Auftritt zu einer ebenso familiären wie legeren Angelegenheit. Essen: Käsespätzle mit Salat. Treibhaus, Luzern. Dieser Gig fand nur in der Hasen-Parallelwelt statt. Wie an dieser Stelle bereits bekannt gemacht, entschieden wir uns aufgrund unserer verschiedenen Krankheitsbilder dafür, nicht nach Luzern zu fahren. Wir nutzten den Tag, um unsere Wunden zu lecken und um uns gesund genug für den Endspurt zu pflegen. Waldsee, Freiburg. James Bond geleitete uns sicher nach Freiburg, wo wir uns erst einmal ungläubig die Augen reiben mussten ob der surreal idyllischen Szenerie: Ein zugefrorener See, darauf jauchzende Kinder mit roten Bäckchen und Hockeyschlägern, verliebte Pärchen, glückliche junge Familien (der kleine Sohn macht die ersten Versuche auf dem Eis), das Ganze hineingepflanzt in die Freiburger Winterwunderwelt…Wir erhoben erst einmal kräftig die Thermoskannen auf dieses Königreich der fröhlich fliegenden, bunten Schals. Dann: Einmal ordentlich in die Faust gehustet und back to business! Flügel mussten getragen werden, Equipment wollte aufgebaut werden und der Sound checkte sich auch im Schlaraffenland nicht von alleine. Nach getaner Vorarbeit gönnten wir uns erst einmal alle einen „Freu Dich!“-Tee. Zum Auftritt selbst kamen überraschend viele Leute und wir hauten ein gutes Konzert raus. Kein Wunder, bei der Location! Essen: Mehrheitlich Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat. Franz K., Reutlingen. Im schicken neuen Konzertsaal des sozio-kulturellen Zentrums Nepomuk verbrüderten wir uns mit den Jungs von der Jagga Bites Combo und sendeten gemeinsam irie Vibes an das Publikum. Nicht nur die JB Combo groovte richtig gut, auch wir trafen offenbar die Wellenlänge der Zuhörer, die unsere Energie dankbar aufnahmen. Insgesamt also ein sehr cooler Abend mit vielen alten Freunden und bekannten Gesichtern! Ansonsten bleibt uns zu sagen: Das Gebäude mag ein neues Gewand haben; was aber zum Glück beim Alten geblieben ist, ist die famose Betreuung. Essen: Kartoffelauflauf vom Feinsten! Rittergarten, Tuttlingen. Die Stimmung war gelöst angesichts der herannahenden Tage des tourlosen Nichtstuns, und ein paar Schelme leerten sich schon vor dem Gig verstohlen einige Schlückchen Rum in ihren Tee. Von Melancholie war deshalb wenig zu spüren an diesem Abend. Man hätte darüber sprechen können, was wir in den vergangenen drei Wochen alles gemeinsam erlebt haben - angefangen beim Probemarathon vor Weihnachten über die ersten Gehversuche im Mancuso und den Veitstanz ins neue Jahr bis hin zu diesem Abend in Tuttlingen, wo wir unseren XLR-Salat zum letzten mal auf dieser Tour anmachten. Doch danach war uns nicht. Wir waren vielmehr heiß auf den Gig und rieben uns schon ganz aufgeregt die Hände, als noch die Boozefighters auf der Bühne standen und „Juicebox“ von den Strokes spielten. Was folgte, war ein unverkrampftes, cooles und spaßintensives Konzert mit einem Bilderbuch-Ende: pünktlich zum Schluss von Summertime, also am Vorschlaghammer-Ende unseres Sets, hauchte die hauseigene Anlage für diesen Abend den Atem aus. Welch angemessener Schlusspunkt für diese denkwürdige Tour! Achja – Essen: Lasagne. Der Start ist also geglückt, und wir freuen uns auf ein dickes Jahr 2009 mit euch! Bis bald in alter Frische! Cheers LL
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